2 Spiele, 2 Tests, Zombies satt.

ResidentEvil
Im ersten Teil fallen euch häufiger Zombie-Hunde an.

Da mich in der Collection zwei Spiele erwarten und der Schöpfer Shinji Mikami eine gesonderte Betrachtung verdient, komme ich meiner Intuition nach, stelle beide Titel vor und vereine alles in einem persönlichen Fazit – cool?

Resident Evil stellte 1996 eine Revolution des spielbaren Horror-Genres dar. Alleinstellungsmerkmale waren damals enge Korridore, fesselnde Zombie-Begegnungen und anspruchsvolle Rätsel. Die Begeisterung rund um die düstere Villa und den blutigen Spuren hält bis heute an. Aus diesem Grund gab es einige Fortsetzungen und ein Remake des Klassikers. Remake war damals wirklich Programm, denn das ursprüngliche Spiel wurde komplett neu gestaltet und bildet somit auch die Grundlage für das vorliegende Spiel in der Origins Collection.

RE 1 – Die Villa

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Die düstere Villa bietet eine Vielzahl an Zombies und Rätseln.

Genre-Veteranen dürften sich bei der digitalen Überarbeitung freuen, denn die Story rund um Jill Valentine und Chris Redfield ist identisch geblieben. Zu Beginn stehen euch beide zur Wahl, je nachdem wen Ihr spielen wollt, laufen Ereignisse im Spiel etwas anders ab. Euer Team wird durch Zombiehunde zu einem alten Herrenhaus getrieben, dort findet Ihr neben Blutspuren und vielen Rätseln auch einige Zombies, die gerne ein Stück von euch hätten. Schnell seid ihr auf euch alleine gestellt und der Horror nimmt seinen Lauf. Überleben ist die oberste Prämisse. Wer Resident Evil kennt, weiß, Munition ist ein geschätztes Gut und sollte in Ehren gehalten und sparsam verwendet werden. Nicht nur fehlende Munition, sondern auch anspruchsvolle Rätsel machen uns das Leben nicht leichter. So müssen wir häufig durch unterschiedliche Räume, einen Geheimgang finden, zum Beispiel ein Statue bewegen, dahinter verbirgt sich dann ein Pfeil, diesen untersuchen wir, nehmen die Spitze ab und verwenden diese dann als Schlüssel zu einer Tür im Anfangsraum. Ein guter Orientierungssinn ist mehr als hilfreich, ansonsten muss man sehr viel ausprobieren und wird sich auch des öfteren verlaufen in der weitläufigen Villa.

RE 1 – Maske bitte!

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Dunkle Korridore wirken noch beängstigender.

Ebenfalls aus der guten alten Zeit bekannt: das viel zu kleine Inventar und die berühmten Farbbänder. Besonders am Anfang bekommt man bei dem Inventar die Krise, so muss man genau überlegen, was man mitnehmen kann und auch sollte, egal wofür Ihr euch entscheidet, es war vermutlich ein Fehler. Gegenstände können hier jederzeit untersucht und kombiniert werden. Farbbänder ermöglichen euch an Schreibmaschinen zu speichern. Das Spiel ist ein Klassiker und bietet tatsächlich nur eine grafische Überarbeitung, wer also das Remake gemocht und die Laufwege möglicherweise noch behalten hat, kommt in den Genuss, den ursprünglichen Horror in aufpolierter Optik zu erleben. Allerdings wurden Steuerung und Kameraführung nicht geändert. Möglicherweise würde das auch das Spielerlebnis von damals verfälschen, dennoch erschwert es den Einstieg für unerfahrene Resident Evil-Spieler etwas, denn seien wir ehrlich, die Steuerung war damals schon so gelenk wie ein Zombie selbst.

RE Zero – Sind in dem Ticket Zombies inklusive?

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Nicht nur Zombies gilt es in Zero zu besiegen.

In Resident Evil Zero schlüpft Ihr in die Rolle der jungen S.T.A.R.S-Rekrutin Rebecca Chambers, diese befindet sich in einem „Höllenzug“ oder einem „Zug in die Hölle“. Nein S.T.A.R.S steht nicht für „Staatliche Tester auf regionalen Schienen“ und ihr seid keine Schaffnerin, die sich mit Verspätungen, Preisen aus der Hölle und der allgemeinen Unzufriedenheit rumschlagen muss, sondern findet euch in einem führerlosen Zug, voll mit Untoten. Für den Rest gibt es die Deutsche Bahn. Ein Sturm wütet draußen, verwesendes aber „lebendes“ Fleisch innen, der Horror ist real. Glücklicherweise überlebt ihr den ersten Angriff durch die Hilfe von Billy Coen, seines Zeichens Lebensretter und Bad-Boy des Spiels. Als Team überlebt es sich eben leichter und so bugsiert ihr Rebecca durch den Zug, vorbei an vorbrechenden Hintergründen, gegen Zombies und Mutanten, tüftelt euch durch Rätsel und das Ganze bei voller Fahrt und störrischer Steuerung. Wie damals also nur mit besserer Optik – grandios.

RE Zero – Doppelt hält besser.

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Teamwork zahlt sich aus.

Wie bereits im ersten Teil ist Platz im Inventar und Munition knapp, allerdings könnt Ihr Gegenstände einfach fallen lassen und seid nicht mehr auf Kisten als Ablageort angewiesen. Dennoch kommt ihr um viel Lauferei zu gewünschten und vor einer halben Stunde abgelegten Gegenstände nicht herum. Außerdem könnt ihr eure Partner anweisen stehen zu bleiben oder euch zu folgen. Der aktive Charakter lässt sich jedoch jederzeit via Knopfdruck wechseln und offenbart individuelle Fähigkeiten. Billy kann schwere Objekte verschieben, während Rebecca durch enge Schächte klettern kann. Neben Zombies und Riesenspinnen erwarten euch auch riesige Endgegner. Angriffsmuster analysieren, ausweichen, ballern – typisch Resident Evil. Ebenfalls typisch sind und bleiben die Rätsel. Viele Symbole, einige Minuten überlegen und durch Teamarbeit zur Lösung kommen. Die daraus entstehende Dynamik des Spiels bringt mich heute noch zum Schmunzeln. Capcom bleibt seinen Resident Evil-Prinzipien treu und das hat damals schon funktioniert. Ich kann nicht genau sagen wie oft ich den ersten Teil gespielt habe, so habe ich häufig Déjà-vu’s von vor 15 Jahren gespielten Inhalten.

RE Zero – Alles beim Alten?

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Die Kamerafühung ist gewöhnungsbedürftig.

Insgesamt fanden, neben der grafischen Überarbeitung, ein neuer Schwierigkeitsgrad und die zweite Steuerungsvariante den Weg in die Remastered Edition, das eigentliche Spiel blieb unberührt. Die schon damals mehr als opulente Grafik erstrahlt heute in detaillierten und geschärften Schauplätzen. Der verwendete Farbfilter schmeichelt der Full HD Optik und erzeugt gemeinsam mit den hochgemixten 5.1 Soundtracks eine schaurige Atmosphäre. Nichtsdestotrotz bleiben hacklige Steuerung, irre Kameraführungen und eine fragwürdige KI die großen Wermutstropfen des Titels.

Fazit

Es wurde nicht viel verändert, im Grunde nur eine optische Überarbeitung geliefert und Fans der Serie, ich zähle mich sofort dazu, kommen schon in den ersten Minuten des Intro auf ihre Kosten. Der Horror wird nicht nur durch Zombies und düstere Schauplätze erzeugt, sondern auch durch eine mangelnd
e Inventargröße, eine verstörende Steuerung und einer Kameraführung die einen öfters hilflos zurücklässt. Sicherlich, viele negative Aspekte, doch auch diese zeichnen einen Klassiker wie Resident Evil aus und gehören mit zum Flair der Serie. Leider macht es den Einstieg für viele recht schwer und verlangt eine kleine Eingewöhnungszeit. Wer gewillt ist und sich die Zeit nimm: Rollladen runter, Lautstärke hoch und den Horror genießen. Im direkten Vergleich bietet Resident Evil Zero etwas mehr an Neuerungen, wie beispielsweise der überarbeitete Sound und wirkt auch insgesamt etwas frischer. Dennoch stellt die Resident Evil Origins Collections insgesamt ein Must-Have dar, in das man unbedingt mal reinschauen sollte.

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