Unravel startet mit einer hübsch gestalteten Zwischensequenz, die uns die Entstehung des knuffigen Helden Yarnie zeigt. Yarnie ist ein aus Garn bestehendes Männchen das sich auf ein Abenteuerreise begibt. Und weil Yarnie eben aus Garn besteht schwingt er sich mit seinen Federn an Ästen, Haken oder was ihm sonst noch so begegnet durch die Spielwelt um Hindernisse zu überwinden. Auch lässt sich aus dem Garn ein Brücke bauen die als Sprungseil benutzt werden kann um höhere gelegene Ebenen zu erreichen, so entsteht ein spaßiges und zunehmend kniffliges Jump&Run mit Rätsel-Elementen.

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Jump&Run mit Charme und Anspruch

Dabei muss Yarnie häufig die Objekte in der Spielwelt für die Physik-Rätsel benutzen um weiterzukommen, etwa eine Cola-Dose an die richtige Stelle rollen oder vorsichtig unter einem locker sitzenden Stein eine Nuss hervorziehen. Der Clou, Yarnie kann nicht einfach beliebig unendliche Netze spannen, sondern muss an vorgegebenen Stellen seinen Garn-Vorrat auffüllen um voran zu kommen. Diese fungieren auch gleichzeitig als Speicherpunkte. Das funktioniert beim Anspielen bereits sehr gut und nach einer kurzen Eingewöhnung im Tutorial sind die Grundprinzipien verstanden. Dabei ist Unravel aber keineswegs einfach, sondern der Anspruch der Rätsel und Geschicklichkeitseinlagen steigt stetig, so bleibt es Herausfordernd und spannend.

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Naturschauspiel

Dabei sticht uns immer wieder das absolut gelungene Design ins Auge, lässt uns einen Moment innehalten und einfach die Hintergründe bewundern. Die Umgebung, laut Entwickler allesamt von Orten ihrer Kindheit im Norden Schwedens inspiriert, besticht durch Detailverliebtheit und stimmige Texturen. Dabei sind auch die Rätsel durchdacht designt und nie unfair oder nicht nachvollziehbar, sehr wohl aber knifflig!

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Yarnie-Man seilt sich durch die Welt

Die Steuerung ist ganz klar für Controller optimiert und da oft schnelles umschalten zwischen festhalten und weiter schwingen gefragt ist, bietet sich eine Maus- und Tastatursteuerung auch eher weniger an. In den größeren Abschnitten fühlt man sich fast wie der kleine Garnbruder von Spider-Man wenn man sich von Ast zu Ast schwingt. Geschicklichkeit und Timing sind dabei jedoch stets gefragt. Nach einer Eingewöhnungsphase entwickelt sich jedoch rasch ein gewisser „Flow“ und da die Speicherpunkte vor allem Anfangs recht häufig sind bleibt das Spiel motivierend. Ein großes Fragezeichen bleibt noch bei der Geschichte um die EA noch weitestgehend einen Mantel des Schweigens hüllt und von der wir bei der Anspielsession natürlich nur einen kleinen Ausschnitt gesehen haben. Sollte Cloudworks und EA hier die großen Versprechungen halten könnte Unravel zu einem modernen Klassiker des Genres werden. 

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Fazit:

Videospiele können Kunst sein. Was für einige immer noch umstritten ist, hat Unravel schon beim Anspielen einmal mehr unter Beweis gestellt. Nach der E3 Präsentation war die Neugier aber auch die Erwartungen hoch, doch sie haben sich für mich erstmal erfüllt. Unravel ist genau das was ich mir erhofft hatte. Abseits vom Lauten und tosenden Mainstream ist es ein kleines, sehr liebevoll und detailverliebt designter Diamant der, wenn sich diese hohe Qualität durch das ganze Spiel hält, genau das richtige für eine ruhige und doch herausfordernde Spielerfahrung ist. Die großartige Spielwelt, die knuffige Spielfigur kombiniert mit den spannenden und herausfordernden Aufgaben ist schon jetzt eine absolute Runde Kombination. Da es noch kein Erscheinungsdatum gibt, kann man wohl mit Recht darauf hoffen. das EA den Entwicklern genug Zeit für einen Feinschliff lassen wird. Wann auch immer Unravel dann erscheinen mag, ich freue mich drauf!

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