Spiel des Jahres: Skyrim

Das Jahr 2011 war ein großartiges Spielejahr mit zahlreichen, hochkarätigen Titeln. Portal 2, Forza 4, Gears of War 3, Batman: Arkham City oder Zelda: Skyward Sword haben uns allesamt umgehauen, letzten Endes gab es da aber einen Titel, der uns noch mehr begeistern konnte. Die Rede ist von The Elder Scrolls V: Skyrim.

Darum geht es: In The Elder Scrolls V: Skyrim wird die Provinz Himmelsrand (in engl. Skyrim) erstmals seit vielen Jahrhunderten von Drachen bedroht. Es stellt sich heraus, dass unser Protagonist ein so genanntes „Drachenblut“ ist und nur wir sind dazu in der Lage, die Bedrohung in Himmelsrand zu stoppen.

Das hat uns gut gefallen:

Spannende Hauptkampagne: Speziell der Vorgänger Oblivion hatte mit einer eher  unspektakulären Hauptkampagne zu kämpfen. Die meisten Spieler haben sich die Spielzeit damals sicherlich lieber mit den anderen Quest-Reihen vertrieben. Bei Skyrim ist dies anders. Klar, auch hier sind die Quests der Diebes-, Magier- oder auch Assassinen-Gilde mindestens ebenbürtig, die Hauptkampagne kann sich aber wirklich sehen lassen. Sie beansprucht um die 20 Spielstunden, der Spieler bereist die unterschiedlichsten Orte, absolviert abwechslungsreiche Quests und trifft auf die interessantesten Charaktere (ohne Spoilern zu wollen). Ich persönlich habe die Vorgänger Morrowind und Oblivion richtig gesuchtet, aber nie deren Hauptkampagne beendet, bei Skyrim ist dies aber nicht der Fall, was sicherlich für das Spiel spricht.

Riesige Spielwelt: Die enorme Spielwelt ist eindeutig das Highlight von Skyrim. Das Spiel beinhaltet über 500 Orte, 8 umfangreiche Questreihen, tausende NPCs und dazu auch noch unendlich viele Nebenquests aufgrund eines Radiant-Quest-Systems, welches immer weiter Nebenquests generiert. Kurz: Man kann problemlos mehrere Hundert Stunden in diese zauberhafte Welt eintauchen.

Komplexe Charakterentwicklung: Auch in Skyrim müsst ihr euch zu Beginn des Spiels natürlich wieder für eine Rasse entscheiden. Egal ob Echsenmensch (Argonier), Katzenmensch (Khajiit), Orc oder Elfe – hier stehen die unterschiedlichsten Rassen zur Auswahl. Auch das aus den Vorgängern bekannte “Learning-by-doing-System” ist wieder vertreten. Das bedeutet, dass ihr durch Ausübung der jeweiligen Fähigkeiten vor allem das auflevelt, was ihr am meisten einsetzt. Mit jeder gesteigerten Stufe könnt ihr euch dann aber auch für spezielle Perks entscheiden und somit die Richtung vorgeben, in die sich euer Charakter entwickeln soll (sprich Magier, Dieb, Kämpfer etc…).

Packende Drachenkämpfe: Die Kämpfe gegen die Drachen zählen für mich zu den coolsten Neuerungen in Skyrim. Ein Kampf gegen einen riesigen Drachen ist nicht nur (zumindest zu Beginn) sehr fordernd, sondern auch emotional packend. Da werden Erinnerungen an Shadows of the Colossus wach. Ist der Drache erledigt, erhält der Spieler eine Drachenseele, mit der er die verschiedenen Drachenrufe freischalten kann. Zusätzlich droppen die Drachen aber auch wertvolle Knochen und Schuppen, mit denen man eine mächtige Rüstung herstellen kann. Ihr seht, der Kampf lohnt sich…

Tolle Technik: Natürlich kann Skyrim technisch nicht mit Titeln wie Crysis 2, Uncharted 3 oder auch Rage mithalten, man muss aber immer bedenken, dass die Spielwelt hier um ein vielfaches (!) größer ist, in Anbetracht dessen sieht das Spiel also wirklich super aus. Egal ob es die hübschen Vegetationen, die verschneiten (und vernebelten) Berglandschaften, die riesigen Städte oder auch die düsteren Dungeons sind – Skyrim erzeugt einfach eine unglaubliche Rollenspiel-Atmosphäre und das ist bei einem solchen Spiel auch mit das Wichtigste.

Sehr gute Lokalisierung: Auch die Lokalisierung war bei Oblivion damals alles andere als gut, Skyrim hingegen ist sehr ordentlich ins Deutsche übersetzt worden und kann auch mit dem ein oder anderen bekannten Synchronsprecher punkten. Viel beeindruckender ist allerdings die Tatsache, dass auch alle Bücher im Spiel (und das sind wirklich einige!) ins Deutsche übersetzt wurden.

Das hat uns nicht gefallen:

Texturen-Probleme auf der XBOX 360: Wer sich das Spiel für die XBOX 360 zugelegt hat, sollte einer Installation aus dem Weg gehen, denn diese sorgt für teils nervige Texturlade-Probleme. Bethesda hat aber bereits angekündigt, dass man diesen Fehler schnellstmöglich patchen wird.

Hier und da ein paar technische Patzer: Man muss immer im Hinterkopf behalten, wie riesig die Spielwelt von Skyrim ist, es ist daher nicht wirklich überraschend, dass hier und da zu kleinen technischen Patzern kommt. Mal fliegt ein Pferd vom Himmel, mal trifft man auf ein riesiges Loch im Boden oder hin und wieder spinnt auch die KI der NPCs etwas, in Anbetracht der Größe des Spiels sind das aber alles nur Kleinigkeiten. Verglichen mit Fallout 3 oder vor allem Oblivion kommt es in Skyrim zu deutlich weniger Bugs.

Unausgewogener Schwierigkeitsgrad: Zur Verteidigung von Skyrim sollte man erwähnen, dass der Schwierigkeitsgrad über einen Regler jederzeit individuell eingestellt werden kann. Wenn man aber nicht an den Einstellungen rumspielt, wird man schnell merken, dass der Schwierigkeitsgrad teilweise enorm unausgewogen ist. Im ersten Drittel ist das Spiel zum Beispiel kinderleicht, während der Schwierigkeitsgrad zwischendurch enorm ansteigt, ehe es im späteren Verlauf wieder bedeutend einfacher wird. Man muss aber dazu sagen, dass dies sicherlich auch mit der jeweiligen Skillverteilung zu tun hat.

Fazit:

The Elder Scrolls V: Skyrim ist eindeutig das Spiel geworden, welches sich Rollenspielfans in aller Welt gewünscht haben. Die Spiel bietet eine unglaublich große Spielwelt, viele spannende Quest-Reihe, eine komplexe Charakterentwicklung, packende Drachenkämpfe, eine tolle Grafik und nicht zuletzt eine ordentliche Lokalisation. Was will das Rollenspielherz mehr? Ich bin jedenfalls wunschlos glücklich!

10/10