Mindjack im Test

Das inzwischen geschlossene Softwareunternehmen Feelplus dürfte Videospielkennern vor allem dank der Zusammenarbeiten mit Mistwalker (Lost Odyssey) bekannt sein. Ihr letztes Werk Mindjack, welches im Auftrag von Square Enix entwickelt wurde, fand kürzlich den Weg in die Händlerregale und wir haben den Titel für euch getestet.

Mindjack spielt irgendwann in naher Zukunft. Die Firma NERKAS hat es dank der Mind Wave-Technologie ermöglicht, Menschen und Maschinen ganz bequem von Zuhause aus per Gedanken zu steuern. In Mindjack schlüpft der Spieler in die Rolle des Cops Jim Corbijn, der zusammen mit der Aktivistin Rebecca Weiss eine Verschwörung von NERKAS aufdeckt und dadurch in Gefahr gerät.

Das Spiel gehört dem Actiongenre an und erinnert an zahlreiche Cover-and-Shoot-Titel wie z.B. Gears of War oder Uncharted. Leider besitzt Mindjack allerdings kein richtiges Leveldesign, stattdessen handelt es sich hierbei eher um eine Aneinanderreihung von Arenen, die mit Gegnermaßen gefüllt werden. Dadurch gestaltet sich der Spielablauf auch erschreckend eintönig. Man rennt von A nach B, ballert alle Gegner über den Haufen, rennt zum nächsten Punkt und ballert wieder alle Gegner über den Haufen bis irgendwann der Abschnitt beendet ist. Zum Glück gibt es da aber ein Gameplay-Element, welches zumindest etwas Abwechslung und Innovation ins Spielgeschehen bringt: Das Mind Waving. Drückt der Spieler nämlich auf beide Analogsticks, verlässt er den Körper der Spielfigur und kann mühelos die Steuerung anderer Menschen und Maschinen übernehmen, vorausgesetzt, sie wurden bereits zu so genannten Mind Slaves bekehrt. Wenn man Gegner nämlich verletzt, kann man sie per Tastendruck auf die eigene Seite ziehen und zu Mind Slaves machen. In der Theorie würde das bedeuten, dass man irgendwann eine kleine Armee zur Seite stehen hat, dank der grottenschlechten Computer-KI sind die Gefährten aber leider nur Kanonenfutter. Da die Gegner selbst aber auch absolut dumm agieren, kann Mindjack aber auch problemlos alleine absolviert werden. Zum Glück erweist sich aber wenigstens die menschliche Unterstützung als nützlich. In Mindjack werden Multiplayer und Singleplayer nämlich miteinander verschmolzen, wodurch es ermöglicht wird, dass der Spieler sich einfach in andere Spieledurchgänge hacken kann. Das interessante dabei: Man kann sich auch dazu entscheiden, die Kontrolle über die Gegner zu nehmen. Somit werden auch kooperative Elemente mit kompetitiven Elementen verknüpft. Technisch funktioniert das Ganze auch ohne Probleme und sogar besser als in Demons Souls. Doch was bringt einem dieses tolle Feature, wenn das Spiel an sich einfach nicht überzeugen kann? Genau, nur sehr wenig, darum schaltet man schon nach wenigen Spielstunden gelangweilt die Konsole aus.

Die Grafik von Mindjack ist eine absolute Enttäuschung. Ich will hier wirklich nicht übertreiben, aber selbst ein Großteil des PS2-Portfolios sieht hier besser aus. Von einer Detailverliebtheit ist hier keine Spur, stattdessen wirkt alles extrem lieblos, farblos und steril. Die Animationen erinnern an die letzte Konsolengeneration und trotz der schlechten, grafischen Leistung kommt es oftmals zu starken Ruckeleinlagen. Auch die Ladezeiten sind, in Anbetracht der mauen Optik, viel zu lange. Einzig die Synchronisation kann halbwegs überzeugen, ansonsten aber handelt es sich hierbei um einen technischen Totalausfall.

Fazit:
So interessant die Idee rund um das Mind Waving auch ist, so schlecht wurde es leider umgesetzt. Abgesehen von eben dieser Idee haben die Entwickler in wirklich allen Bereichen eine unterdurchschnittliche Arbeit abgeliefert. Dieses Werk kann man wirklich keinem Spieler empfehlen, wartet lieber auf Deus Ex 3!

4/10

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*